rutishauser-divino.ch
Rutishauser-DiVino Logo
user
Account
0
cart
Warenkorb
Reblehrpfad Goldenbergborder

Reblehrpfad Goldenberg

Sie befinden sich hier:
  • Wissen
  • Reblehrpfad
  • Station 4

Station 4: Schädlinge im Rebberg

Reben sind je nach Sorte mehr oder weniger anfällig für verschiedene Krankheiten und Schädlinge. Diese beeinträchtigen die Gesundheit der Rebstöcke und haben damit einen Einfluss auf den Traubenertrag.

Krankheiten

Die häufigsten Krankheiten werden durch Pilze hervorgerufen. Auch Viren und Bakterien spielen im Rebbau aber eine Rolle.

  • Echter Mehltau (Pilz: Erysiphe necator) ist die häufigste Erkrankung bei Reben. Er tritt als weisser, abwischbarer Belag auf der Blattoberseite in Erscheinung und entzieht den Blattzellen Nährstoffe bis diese verwelken und abfallen.

  • Falscher Mehltau (Pilz: Plasmopara viticola) ist ebenfalls eine häufige Erkrankung bei Reben. Erkennen lässt sich der falsche Mehltau anhand des charakteristischen gräulich-bläulichen Pilzrasens auf der Blattunterseite. Der Pilz nistet sich zwischen den Blattzellen ein. Die Pflanzenzellen werden durch den Pilz angebohrt, um diesen Nährstoffe zu entziehen. Die Blätter vergilben und fallen ab.

  • Grauschimmel (Pilz: Botrytis cinerea) tritt ab dem Spätsommer auf und befällt die Beeren. Es bildet sich ein grauer Schimmelbelag der schnell auf benachbarte Früchte übergreift.

  • Die Erreger der Esca-Krankheit (verschiedene holzzersetzende Pilze) befallen fast ausschliesslich den Rebstock (Holzteile). Die Krankheit führt zum Absterben des gesamten Stocks. Um die Ausbreitung der Esca zu begrenzen, müssen befallene Stöcke sofort entfernt und verbrannt werden. Wirkstoffe zur Bekämpfung der Esca sind derzeit noch nicht bekannt.

  • Andere Pilzerkrankungen sind Schwarzfäule (Pilz: Guignardia bidwellii), Schwarzfleckenkrankheit (Pilz: Stemphylium vesicarium), Rote Brenner (Pilz: Pseudopezicula tracheiphila) und Eutypiose (Pilz: Eutypa lata).

  • Verschiedene Viren werden durch Fadenwürmer übertragen und befallen die Wurzeln der Reben.

  • Goldgelbe Vergilbung wird durch Phytoplasmen (zellwandlose Bakterien) hervorgerufen.

Insekten

  • Die Traubenwickler Larven (auch Sauerwurm) befallen die Beeren.

  • Die Wurzelreblaus befällt die nährstoffführenden Gefässe der Wurzeln und schädigt so die Nährstoffversorgung der Pflanze nachhaltig. Es können grosse Schäden mit substanziellen Ertragseinbussen entstehen.

  • Die Blattreblaus befällt die Blätter und führt zum Glück nur selten zu grösseren Ertragseinbussen.

  • Dickmaulrüssler – Die Larven ernähren sich von Wurzeln, der Käfer frisst sich an den Blatträndern satt.

  • Weitere relevante Insekten sind Rhombenspanner (Raupe), Traubenkäfer und Spinnmilben.

Um Krankheiten und Schädlinge zu kontrollieren und damit den Traubenertrag zu sichern, wenden Winzer situativ verschiedene Strategien an.

Bodenpflege und Pflanzenschutz 

Die Bewahrung der Bodenfruchtbarkeit im Rebberg ist von zentraler Bedeutung und erfordert Sorgfalt und Engagement. Dazu gehört sowohl eine gewissenhafte Unkrautbekämpfung zur Sicherstellung der Nährstoffverfügbarkeit der Reben, als auch die Förderung der Biodiversität durch eine schonende Bodenbearbeitung und das ansähen von Blühstreifen.

Im Pflanzenschutz gilt bei Rutishauser-DiVino das Motto «So wenig wie möglich – So viel wie nötig». Dem biologischen Pflanzenschutz kommt hier eine besondere Bedeutung zu. Dennoch kann bei der Bewirtschaftung der Rebflächen nicht auf synthetische Wirkstoffe verzichtet werden. Deren Einsatz wird aber konsequent minimiert – sowohl in der Anzahl der Wirkstoffe als auch in der Zahl der Anwendungen.

Anbau robuster und pilzwiderstandsfähiger Rebsorten (PIWI)

Seit vielen Jahren wird die Züchtung robuster Rebsorten vorangetrieben. Das Ziel ist es, dass sich die Rebpflanze aufgrund ihrer natürlichen Eigenschaften besser gegen Krankheitserreger behaupten kann. Die Auswahl solcher Rebsorten, die gegen bestimmte Krankheiten nachweislich widerstandsfähig sind, bietet verschiedene Vorteile. So ermöglichen es diese, trotz gleicher Voraussetzungen (Schädlingsdruck, Wetter, etc.), den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln markant zu reduzieren. Nebst den positiven Auswirkungen auf das Ökosystem Rebberg haben diese Züchtungen auch eine Erweiterung des Spektrums an verfügbaren Weinsorten zur Folge. Winzer können innovative Weine mit neuen und einzigartigen Aromen und Charakteristika herstellen.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass mit jeder Anbauform auch eine Art von Pflanzenschutz einher geht. Auch robuste PIWI-Sorten müssen geschützt werden, wenn auch in viel geringerem Ausmass. Das deshalb, weil die Krankheitserreger sich sonst festsetzen und Resistenzen gegen die pflanzeneigenen Abwehrmechanismen bilden können.

Die Rutishauser-DiVino hat in den Gemeinden Stadel-Mörsburg (ZH), Wiesendangen (ZH), Neftenbach (ZH) und Neuforn (TG) bis 2023 folgende PIWI Sorten angepflanzt: Solaris, Helios, Seyval Blanc, Cabernet Jura, Léon Millot und Muscaris. Diese werden sowohl sortentypisch reinsortig angeboten als auch für Assemblagen verwendet.

Zur Station 3Zur Station 5